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Der Panzerzug
Dem Wunsch des Festungskommandanten Niehoff nach beweglichen Waffen folgend, holten einige Mitarbeiter der FAMO aus dem benachbarten Werk LINKE-HOFMANN einige Wagonchassis, um damit einen Eisenbahnpanzerzug zu bauen. Ein, zu diesem Zeitpunkt gefaehrliches Unterfangen, da dass direkt neben der FAMO liegende Nachbarwerk LINKE-HOFMANN zu dem Zeitpunkt bereits unter Feindbeschuss lag.
Die Aktion gelang, und der Zug wurde dann in Tag und Nachtarbeit innerhalb 3 Wochen von den Arbeitern der FAMO fertiggestellt.
Baubeginn im Reichsbahnausbesserungswerk an der Matthiasstrasse war der 28. Februar 1945. Die Fertigstellung konnte am 19. Maerz vermeldet werden. Den ersten erfolgreichen Einsatz hatte der Panzerzug am 20. Maerz 1945 im Raum Mochbern.
Die Kommandanten der Festung Breslau
Der erste Kommandant Krause stellte sein Position am 31.01.1945 aus gesundheitlichen Gruenden zur Verfuegung. (Naeheres ist mir nicht bekannt)
Es folgte wenige Tage spaeter Generalmajor von Ahlfen.
Generalmajor von Ahlfen bis 05.03.1945 |
General d. Infanterie, H. Niehoff 06.03. - 06.05.1945 |
Wegen Unstimmigkeiten mit dem Gauleiter Hanke wurde von Ahlfen Ende Februar 1945 seines Amtes enthoben und musste sich der Militaergerichtsbarkeit in Berlin stellen.
Hintergrund
Generalmajor von Ahlfen war gegen den Bau eines Behelfsflugplatzes am Scheitniger Stern. Dieser Flugplatz innerhalb Breslaus sollte den Nachschub sicherstellen. Genau das wollte Hanke (mit Vollmacht des OKW aus Berlin) unbedingt durchsetzen - auch mit den dafuer erforderlichen Sprengungen ganzer Haeuserzeilen und auch der Lutherkirche (!)
Aber ausser grossen zivilen Opfern (Deutsche, wie Polen) hat die Rollbahn bis Kriegsende keinem Zweck gedient. (kein Flugzeug ist dort jeh gelandet, bzw. gestartet...)
Der Alternativvorschlag von General von Ahlfen wurde vom Gauleiter Hanke strikt abgelehnt. Aus diesem Grund wurde General Niehoff zur Verteidigung Breslaus befohlen und Ahlfen musste sich in Berlin verantworten.
Hinweis
von Ahlfen wurde von allen Vorwuerfen - nicht zuletzt wegen der Fuersprache von General Niehoff - freigesprochen.
Hier wurde der Panzerzug installiert
Das Reichsbahn-Ausbesserungs Werk (RAW) an der Matthiasstrasse
Scan: © privat
Der Panzerzug
Kommandant Paul Poersel, Leutnant der Flak
Die Bewaffnung des Zuges bestand aus 4 Wannen fuer schwere Panzer, welche mit vier 8,8 cm Flak-, einem 3,7 Flak- und vier 2cm Flak-Geschuetzen sowie zwei MG42 bestueckt waren. Ausserdem besass der Zug eine Funkstelle.
Als Ziel, so gross wie ein Scheunentor und an die Schienen gebunden, war der Zug fuer einen laengeren Kampf am gleichen Standpunkt denkbar ungeeignet. Mit ueberraschenden und zeitlich kurzen Vorstoessen sowie mit schlagartiger Feueroeffnung aus allen Rohren hat der Zug im Suedwesten von Breslau zugunsten des Erhalt des Flugplatzes Gandau fuer die Russen erhebliche Folgen gehabt. Bis Anfang April gingen auf das Konto des Zuges 7 abgeschossene Panzer und 3 abgeschossene Flugzeuge der Roten Armee.
Am ersten Ostersonntag, als Breslau einen der schwersten Angriffe erdulden musste, bekam der Zug einen Treffer in die Pumpenanlage fuer die Wasserspeisung. Es gelang noch eine Ausweichen in Deckung, wo der Schaden dann auch repariert werden konnte. Allerdings lies die nach Ostern entstandene Lage eine weitere Verwendung im Bereich Mochbern/Gandau nicht mehr zu. Der Panzerzug wurde dann noch fuer einige Zeit im Norden Breslaus eingesetzt.
Das RAW an der Matthiasstrasse
Foto: Wroclaw 2004 © Jan
Rechts - in der Bildmitte, die drei noch vorhandenen Schuppen des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks (RAW) an der Matthiasstrasse, heute ul. Jednosci Narodowej. Der Arbeitsplatz und Aufenthaltsort fuer mein Vater waehrend der Festungszeit.
Quellenhinweise auf der Seite Literatur
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