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Die Kapitulation
Vorbereiteter Vertragsentwurf von General Glosdowski
zur Uebergabe der Festung Breslau
Scan: © privat
General Hermann Niehoff unterschreibt am Abend des gleichen Tages in der
Villa Colonia (Kaiser-Friedrich-Strasse, heute ul. Rapackiego) die
Kapitulation Breslaus. Jahre spaeter wird er sagen: Was aber von den
Garantien in Wirklichkeit eingehalten wurde, spottet jeder Vorstellung.
Bereits um Mitternacht stehen die ersten russischen Posten auf den
wichtigsten Bruecken der Stadt. Und am naechsten Morgen rueckten die
Russen konzentrisch in die Stadt ein:
Nur ganz wenige deutsche
Soldaten Foto 1
und 3: Henryk Makarewicz
werden so beerdigt Foto: ©
privat
Die meisten Wehrmachtsangehoerigen, wie auch die zivilen Opfer, werden
in namenlosen Massengraebern, oder zwischen den Haeusern, in Vorgaerten,
usw. verscharrt.
Das Lager Fuenfteichen
Die erste Station fuer die deutschen Soldaten war das bisherige
Zwangsarbeiterlager Fuenfteichen im Osten Breslaus. Anschliessend wurden
die deutschen Soldaten in verschiedene sibirische Kriegsgefangenenlager
deportiert.
Die Verteidiger Breslaus gehen in die Gefangenschaft:
Foto: bonczek/pl
Zerstoerungen
Der Kartenausschnitt entspricht in etwa der Luftaufnahme vom 18.09.44:
Erlaeuterungen zur obigen Karte: |
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| A: | Truemmerwueste, entstanden durch Artilleriebeschuss, Luftangriffe und Nahkaempfe (zu einem Teil durch die deutsche Wehrmacht). Grad der Zerstoerung mindestens 90% | ||
| B: | Zerstoerungsgrad ueber 50% | ||
| C: | Zerstoerungsgrad unter 50% | ||
| D: |
Das Rollfeld oestlich der Kaiserbruecke. Angelegt auf Weisung des
Gauleiters Hanke, ist aber nicht mehr auf diesem Kartenausschnitt
zu sehen.
Der entsprechende oestliche Teil von Breslau ist auf meiner Seite
Festung
zu sehen.
Zu 100% dem Erdboden gleich gemacht. |
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Das zerstoerte Breslau in Bildern
Die blau umrandeten Bilder lassen sich vergroessern!
Foto 1: Deutsche Frontberichterstattung,
Fotos 2-6: Krystyna Gorazdowska, 05/09.1945
Deutsche in Wroclaw
Wer fuer die Polen nuetzlich war, erhielt - wie mein Vater eine
Bescheinigung, welche ihm den weiteren Aufenthalt in seiner Heimatstadt
Breslau gestattete.
Hier das Dokument vom 01. Dezember 1945 in polnischer und russischer
Sprache.
Scan: © privat
Die Bestaetigung der
Staedtischen Gaswerke:
Dieses Schriftstueck, ausgestellt durch den polnischen Direktor des
Gaswerkes, verhinderte im allerletzten Moment die Beschlagnahme der
eigenen Wohnung.
Scan: © privat
Die Bestaetigung des Gaswerkes in deutscher Uebersetzung:
Bestaetigung 10. Dezember 1945
Hiermit wird bestaetigt, dass der Deutsche namens Walter T. ein fester
Mitarbeiter der Breslauer Staedtischen Gaswerke ist und eine gelbe mit 2
gruenen Streifen Arbeitskarte besitz, aufgrund deren die Wohnung keine
Requisition und die Familie keine Aussiedelung verfallen.
Der Mitarbeiter ist uns unbedingt notwendig.
Dazu der Kommentar des polnischen Offiziers, der mit einer Pistole in
der Hand und im Gefolge und von ca. 20-30 polnischen Zivilisten die
deutschen Wohnungen beschlagnahmte: "Du Schwein, da hast du noch einmal
Glick gehabt".
Die anderen verbliebenen Deutschen in Breslau/Mariahoefchen mussten an
diesem Tag unter Androhung von Waffengewalt, ihre Wohnungen unter
Zuruecklassung ihres Eigentums fuer immer verlassen.
Mein Vater, der Augen- und Ohrenzeuge dieser Ereignisse in der Lausitzer
Strasse war, hat diese gewaltsamen Vertreibungen sein Leben lang nicht
vergessen koennen.
Das Fruehjahr 1946
Aufgrund der Weigerung meiner Oma, nun auch den dritten Unterschlupf in
den Truemmern von Breslau zu Raeumen, wurde sie von polnischer Militz
derart mit Gewehrkolben misshandelt, dass sie die Folgen nicht
ueberlebte. Sie starb am 06.01.1946 und wurde von meinem Vater am
10.01.1946 auf dem Oswitzer Friedhof beerdigt.
Laut meinem Vater war sie zu der Zeit die einzige Deutsche, welche in
einem (selbstgezimmerten) Holzsarg beerdigt wurde. Mein Vater sah nun
keinen Grund mehr in Breslau zu bleiben.
Auf der Suche nach seiner Familie verliess er Ende Maerz 1946 fuer immer
seine Heimatstadt und ist in die Stadt des KdF-Wagens, heute bekannt als
Wolfsburg, gekommen.
Dort hat sich die Familie wiedergefunden.
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