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Die Evakuierung der Breslauer Zivilisten

Breslau, im Januar 1945:

Aufruf

Im Freiburger Bahnhof



Schlesien, im Januar 1945

Die Kaiserbruecke 1945
Fluechtlingstreck auf der Kaiserbruecke,
Ende Januar 1945, Foto: © privat

Friedrich Grieger:
"Es ist ein schwerer Winter, die Oder voellig zugefroren. Bei mehr als -16° C Kaelte ziehen tausende von jungen und alten Frauen mit Kinderwagen, Schlitten und kleinen Ziehwagen auf verschneiten Landstrassen in die Winternacht hinaus. Fuer Hunderte von Kleinkindern war diese Nacht die Letzte. In den Strassengraeben Richtung Liegnitz liegen in den naechsten Tagen massenhaft Saeuglingsleichen, erfroren, zurueckgelassen von den in panischer Angst Fluechtenden. Allein in Neumarkt wurden ueber 40 Kleinkinderleichen, saeuberlich auf Stroh niedergelegt, gezaehlt. Koffer, Bettenbuendel und Kleidungsstuecke garnieren die Graeben der Landstrassen..."

Januar45 Januar45

Januar45 Januar45

Breslauer Muetter und Kinder,
bei Eiseskaelte und zu Fuss auf der Flucht
- meine Mutter und mein Bruder waren dabei.



Russen in Schlesien



 

Die Schreibtischuhr der Fa. Kienzle





Sebastian Haffner: Hitler und wir

Essay: Kaum jemand spricht ueber den Verrat der Nazis an Deutschland

Im Kapitel Verrat handelt Haffner von Hitlers letzten Raeumungs- und Vernichtungsbefehlen, von seinem Endkampf gegen sein Volk.
Wer sich etwa die Vorgaenge um die Festung Breslau von Januar bis Mai 1945 vor Augen fuehrt, wird nicht mehr so leichtfertig vom Volk der Taeter und Moerder sprechen, wie es kommod geworden ist.
Dort liess ein buchstaeblich von der Strasse aufgestiegener Gauleiter (Karl Hanke) die eigene Stadt in Schutt und Asche legen, jagte bis auf die wehrfaehigen Maenner - ihre Einwohner hinaus auf einen Wintermarsch, der fuer viele Frauen und Kinder zum Todesmarsch 1 wurde.
Dann liess er ein riesiges Rollfeld 2 in die unwiederbringliche Altstadt 3 sprengen, angeblich fuer die zivile und militaerische Versorgung und den Entsatz der von den Russen belagerten Stadt aus der Luft.
Nichts davon traf ein.
Die Landebahn wurde ein einziges Mal benutzt 4 - als Startbahn: Der da am Morgen vor der Kapitulation im letzten verfuegbaren Fieseler-Storch startete, war der Gauleiter. Das Flugzeug hatte er dem kommandierenden General 5 geklaut, der mit seinen Soldaten nach Sibirien ging.
So verhielt es sich mit dem Patriotismus der Nazis. Und Breslau ist nur ein Beispiel...

 

Hinweise zum Essay:

Hinweis
Diese Information aus Wroclaw (2003) laesst sich auch nachvollziehen. War doch der Fieseler Storch (offizielle Bezeichnung Fi156) ein Leichtflugzeug, dass so gut wie ueberall landen und starten konnte. Zudem waere ein Transport vom Versteck in der Naehe der Jahrhunderhalle zum Rollfeld zu zeitaufwendig und gefaehrlich gewesen...

 

Kleine Chronik meiner Familie




Quellenhinweise



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