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Die Festung Breslau
(15. Februar - 06. Mai 1945)
Auffangstellungen an der Oder
Nach den Vorstellungen des OKW sollte das weitere Vordringen der Russen an der Oder aufgehalten werden. Damit wollte man die Einschliessung der Stadt Breslau und ein weiteres vordringen der Russen in Schlesien verhindern. Aber die deutschen Abwehrstellungen wurden durch die bei weitem zahlenmaessigen ueberlegenen russischen Soldaten und vor allem ihrem bei weitem groesseren militaerischen Material ueberrand.
In den Bildern unten:
Deutsche Stellungen Oderabwaerts von Breslau, in der Naehe von Peiskerwitz
In den Rueckzugsgefechten bei Lissa zogen sich die Reste dieser Waffen-SS Einheit in die Festung Breslau zurueck.
In der "Festung" Breslau
Ab dem 15. Februar 1945 war die Stadt Breslau von der russischen Armee eingeschlossen.
Im Bild rechts: Gauleiter Hanke auf Inspektionsfahrt durch "seine Festung"
Die zunaechst passiven Abwehrmassnahmen der deutschen Verteidiger waren z.B. Panzersperren, zusammengestellt aus Strassenbahnwagen.
Die aktive Verteidigung Breslaus
Zur Verteidigung der Festung wurde u. A. ein Panzerzug eingesetzt. Kommandant des Zuges war der Oberleutnant der Flak, Paul Poersel, nach dem II. WK in Hamburg.
Poersel: Der Panzerzug war ein Schrecken der Russen, wenn er ploetzlich auftauchte und mit seiner Feuerkraft unserer Infanterie zu Hilfe kam...
Trotz intensiver Bemuehungen der Roten Armee - einer der schwersten Angriffe war zu Ostern 1945 erfolgt, gelang es den Russen nicht, den deutschen Widerstand zu brechen.
Dieser Grossangriff der Russen, welcher von Westen ueber den Bahndamm Poepelwitz unter Einsatz von Panzern erfolgte, war der massivste Angriff waehrend der Belagerung von Breslau.
Zmasowane naloty bombowe, w drugim dniu Wielkiej Nocy miasto przezylo bombardowanie najwieksze podczas oblezenia.
Der Angriff verlief zunaechst fuer die Russen positiv. Vom Eichenpark ausgehend, eroberten sie zunaechst den Bahndamm und die Haltesstelle Poepelwitz, um dann im Bereich der Schiess-Staende und der Kleingaerten die Innenstadt unmittelbar zu bedrohen.
Fuer die Deutschen bedeutete das beinahe das Ende, aber der Angriff wurde dann doch erfolgreich durch ein Volkssturmbatallion abgewehrt. Hier hatte sich eine Gruppe der Hitlerjugend in diesem Batallion bei diesen Abwehrkaempfen besonders ausgezeichnet - alle angreifenden russischen Panzer wurden zerstoert (!) Aus Respekt vor dem deutschen Verteidigungswillen haben die Russen bis zur Kapitulation am 06. Mai 1945 keine weitere Aktion dieser Groessenordnung mehr versucht.
Bei diesen Kaempfen am Ostersonntag und Ostermontag 1945 wurden insgesamt 25 russische Panzer vernichtet. Der Bahndamm Poepelwitz war wieder in deutscher Hand.
Im Foto links:
HJ in Breslau mit Auszeichnungen
Der Schauplatz der dramatischen Kaempfe
um die Festung Breslau
Der Hauptangriff der Russen erfolgte von Suedwesten.
Scan: © privat
Die Versorgung der Stadt sollte durch Luftunterstuetzung gewaehrleistet werden. Dafuer wurden u. A. Lastensegler eingesetzt, welche mit Hilfe eines Motorflugzeugs in die Naehe geschleppt wurden, um dann ausgeklinkt - zumeist Nachts - lautlos ueber die Festung zu fliegen und ihre Last - sogenannte "Versorgungsbomben" per Fallschirm abzusetzen.
Darauf und wie man sich verhalten sollte, wurde in der "Festungszeitung" hingewiesen.
Laut Bericht meines Vaters ist das nicht vielen Lastenseglern unbeschadet gelungen. Viele Lastensegler wurden von den Scheinwerfern der Russen erfasst und daraufhin von der Flak getroffen und abgeschossen. Foto: bonczek/pl
Das Rollfeld
Da der Flugplatz Gandau schon frueh unter Feindbeschuss lag, wurde ein neues Flugfeld direkt in der Innenstadt Breslaus vorbereitet.
Auf Befehl des Gauleiters Hanke mussten polnische Zwangsarbeiter und deutsche Frauen, in Tag und Nachtarbeit einen kuenstlichen Flugplatz mitten in der Stadt errichten. Fuer dieses Vorhaben wurden nach dem 07.03.1945 ganze Strassenzuege einschliesslich der Luther-Kirche von der deutschen Wehrmacht in Schutt und Asche gesprengt.
Das Rollfeld wurde waehrend dieser Arbeiten ein bevorzugtes Ziel russischer Artillerie und russischer Jagdflugzeuge. Immer neue Granateinschlaege mussten ausgebessert werden. Die Zahl der zivilen Opfer ist nicht bekannt...
Im Bild ganz rechts (dunkelrot) das "Rollfeld".
Scan: © privat
Strassenkampf im Sueden Breslaus
(Schweidnitzer Vorstadt)
Russisches Sturmgeschuetz SU-152
Soldaten der Roten Armee in Breslau
...und brennende Haeuser am Stadtgraben
Foto © privat
Ein schwedischer Zeitungsbericht
Die Stockholmer Zeitung "Svenska Dagbladet" vom 22.03.1945:
"Gekaempft wird in Breslau nicht nur um jedes Haus, Stockwerk oder Zimmer, sondern um jedes Fenster, wo die Deutschen Maschinengewehre und andere automatische Waffen installiert haben. Man kann kaum begreifen, wie die Verteidiger sich mit Lebensmitteln, Wasser und Munition versorgen. Waehrend des ganzen Krieges hat es kein Gegenstueck zu einem so dramatischen Ringen, wie in Breslau gegeben".
Hinweis: Uebertroffen wird das nur durch die Katastrophe von Stalingrad. Das scheint aber zu diesem Zeitpunkt den schwedischen Journalisten offensichtlich nicht bewusst gewesen zu ein.
Breslauer Zivilisten auf der Suche nach einer Unterkunft
waehrend der sogenannten "Festungszeit"
Am 4. Mai 1945 wird General Niehoff von 4 Geistlichen der Stadt Breslau gebeten, die Waffen nieder zu legen. Die meisten deutschen Kommandeure stimmen zu. Einen Tag nach dieser Unterredung, bei der der Gauleiter von Schlesien und politische Arm der NSDAP in der Festung Breslau, Karl Hanke anwesend war, fluechtete der Gauleiter mit dem einzigen Flugzeug, einem "Fieseler Storch" aus der Festung Breslau.
Quellenhinweise auf meiner Seite Literatur
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![[Grafik]](Panzersperren_sm.jpg)


