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Die Breslauer Firmen FAMO und Linke-Hofmann
| Name: |
Fahrzeug- und Motoren-Werke GmbH
Breslau, 1935-1945 |
| Gruendung: |
Die FAMO ist am 15. Nov. 1935 durch den Kauf der
Maschinenbauabteilung der Waggon-Fabrik
Linke-Hofmann-Busch seitens des Junkers-Konzern entstanden. Das Gesellschaftskapital war zunaechst zu 99% im Besitz von Junkers. Auf Veranlassung des Reichsluftfahrtministeriums wurden im Januar 1942 die Gesellschaftanteile von Junkers von der Bank der Deutschen Luftfahrt uebernommen, die damit die alleinige Gesellschafterin der FAMO war. |
| Erzeugnisse: |
Im Werk Breslau wurden zwei Raupenschleppertypen fuer die Bau- und
Landwirtschaft hergestellt:
Der 60/65 Ps starke "Ruebezahl" und der 42/45 PS starke "Boxer". FAMO-Schlepper wurden in der Land- und Forstwirtschaft, in der Industrie, im Baugewerbe und im Strassenbau eingesetzt. Die Produktion umfasste ausserdem Dieselmotoren fuer Schlepper sowie fuer stationaere Zwecke und den Schiffbau, Kompressoren fuer den Schiffsbereich und Wasserwirbel-Bremsen fuer die Leistungsbestimmung von Kraftmaschinen aller Art. Sowie Pruefstaende fuer KfZ - und Flugmotoren. Der groesste Teil diese Prodoktionsprogamms wurde 1940 bereinigt, so dass die FAMO zu einem reinen Fahrzeugbaubetrieb wurde. Waehrend des II.WK wurde lediglich die Fertigung von Dieselmotoren beibehalten. |
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| Weitere Erzeugnisse: |
Im Zuge der Kriegsvorbereitungen wurde 1937 eine Abteilung
Sonderfahrzeugbau eingerichtet. In dieser Abteilung wurde eine 18
to schwere Zugmaschine entworfen, dessen erste Prototypen im Jahr
1938 fertig waren.
Diese Zugmaschine erhielt die Bezeichnung "Sd.Kfz. 9". |
| Betriebsdirektor: |
Georg Rubin
Laut Bericht meines Vaters im Keller der FAMO 05.1945 zu Tode gefoltert. |
| Vertreter: | Dipl. Ing. Emil Koger |
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Kaufmaennischer
Direktor: |
Werner Spott
ausgeflogen aus der Festung Breslau im Maerz 1945, mit dem Auftrag, die Organisation des nach Schoenebeck/Elbe ausgelagerten Betriebes zu uebernehmen. |
Die Geschichte der FAMO waehrend des III. Reiches
Bereits kurz nach der Besetzung Polens durch die Wehrmacht kamen die
Beauftragten der deutschen Konzerne mit dem Auftrag, polnische Betriebe
zu requirieren.
Dazu wurde am 19.10.1939 die "Haupttreuhandstelle Ost" geschaffen.
Im Zuge dieser Massnahmen wurden das polnische Werk URSUS und das nahe
gelegene Werk in Pruszkow bei Warschau der FAMO zugeordnet.
Aus beiden Betrieben wurde am 05.05.1942 die "Warschauer Vereinigten
Maschinenfabriken GmbH (Waverma)" mit Sitz in Breslau gegruendet.
Im FAMO-Werk Warschau wurde ein Geschuetz auf einer
Selbstfahrlafette mit der Bezeichnung Wespe (Sd. Kfz. 124) groesstenteils
durch polnische Zwangsarbeiter hergestellt.
Aufgrund des schnellen Vordringen der "Roten Armee" wurden im
August/September 1944 die Betriebseinrichtungen und ein grosser Teil der
Beschaeftigten nach Breslau verlagert.
Aber bereits kurze Zeit spaeter, am 07.12.1944 erfolgte durch das
Ruestungsministerium aus Berlin die Weisung, die FAMO in Breslau infolge
der Kriegsereignisse zu verlagern.
Von dieser Massnahme war insbesonders die Fertigung von Zugkraftwagen
und Raupenschleppern betroffen.
Aus diesen Gruenden wurde dann Ende Januar 1945 eine Teilverlagerung in
das Junkerswerk nach Schoenebeck vorgenommen.
Der FAMO in Schoenebeck wurden 2 Hallen von insgesamt
13.000m2 verpachtet und bis Ende des 2. WK unter der
Tarnbezeichnung
Betrieb 71, Sommer Co, Schoenebeck a. d. Elbe gefuehrt.
Nach dem Ende des 2. WK wurden die erbeuteten 18-to Zugkraftwagen von
den Streitkraeften der Alliierten in Deutschland zur Bergung der
zahlreichen Panzerwracks eingesetzt. Spaeter nutzen dann zivile
Bergungsunternehmen die schweren Zugkraftwagen der FAMO.
Nur wenige dieser Zugkraftwagen sind heute in Museen zu sehen, wie z. B.
im Militaerhistorischen Museum in Dresden.
Das Sonderkraftfahrzeug 9
Das Sd. Kfz. 9 war die groesste Zugmaschine der deutschen Armee.
Die Zugmaschine wurde zur Bergung und Transport von verschiedenen
Fahrzeugen eingesetzt. Um diese Aufgaben zu erfuellen, gab es den
Anhaenger mit der Bezeichnung Sd. Ah. 116
Technische Beschreibung der Zugmaschine
| Type | Gelaendetaugliche schwere Zugmaschine |
| Hersteller | FAMO, Breslau |
| Produktion | von 1938-1944 ca. 2500 Stueck |
| Leergewicht | 18 to |
| Abmessungen |
Laenge: 8,25 mtr.
Breite: 2,60 mtr. Hoehe: 2,85 mtr. |
| Batterie | 2 x 12V - 105 Ah |
| Motor (Typ F2) | V12 Vergaser-Motor, Maybach HL 98 TUK, Hubraum 9800 cm3, mit 230 PS bei 2600 U/Min |
| Motor (Typ F3) | V12 Vergaser-Motor, Maybach HL 108 TUKRM, Hubraum 10830 cm3, mit 250 PS bei 2600 U/Min |
| Getriebe | 8 Vorwaertsgaenge, zwei Rueckwaertsgaenge, zwei Schalthebel - alle Gaenge daher mechanisch vorwaehlbar! |
| Tankkapazitaet | 230 plus 60 Ltr. |
| Aktionsradius | Strasse: 240 km, Gelaende: 100 km |
Die Borduhr der Fa. Kienzle
Im Fluchtgepaeck hatte
mein Bruder, ohne Wissen meiner Mutter, die Schreibtischuhr meines
Vaters mitgenommen. Sie befindet sich noch heute in unserem
Familienbesitz und sie laeuft noch immer!
Foto: © privat
Diese Uhr wurde von einem tschechischen Fremdarbeiter der FAMO auf
einem, von ihm gefraesten Sockel montiert, und meinem Vater als Geschenk
ueberreicht. Anlass dazu war die Ernennung meines Vaters zum Werkmeister
der FAMO (10.1944)
Als Gewerkschafter (1988 fuer 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt) weigerte
sich mein Vater, dass beiliegende Eintrittsformular der NSDAP zu
unterschreiben.
Das hatte Folgen ...
Aber auch der FAMO-Werksausweis meiner Mutter war im Fluchtgepaeck.
Hatte doch die deutsche Fuehrung die Hoffnung verbreitet, dass alles nur
voruebergehend ist.
Scan: © Privatbesitz
Die FAMO ab 1945
Gegen Ende Januar 1945 wurde ein Teil der FAMO/ Breslau nach
Schoenebeck/Magdeburg ausgelagert. Von dort aus wurde die Firma ab Mai
1945 zunaechst treuhaendlerisch verwaltet.
Foto links: Juni 1945 bonczek/pl
Die in der Festung Breslau verbliebenen FAMO-Mitarbeiter haben ihre
Arbeit in der Innenstadt Breslaus in provisorischen Werkstaetten
fortgesetzt. Allerdings haben sich die Aufgaben der FAMO waehrend dieser
Zeit geaendert. Zunaechst wurde ein Panzerzug hergestellt, spaeter
beschraenkten sich die Taetigkeiten auf die Reparatur von
Faustfeuerwaffen und dreiraedrigen MG-Schuetzenhilfen.
Nach der Kapitulation Breslaus mussten die verbliebenen FAMO-Mitarbeiter
im benachbartem Linke-Hofmann Werk Eisenbahnwaggons herstellen. Dieses
Werk hatte die Festungszeit fast unbeschadet ueberstanden, waehrend das
FAMO-Werk von den Alliierten als Ruestungswerk erkannt und deshalb
gezielt zu 90% zerstoert worden war.
Mit dem Know-how der FAMO-Mitarbeiter in Schoenebeck, wurde ab Januar
1946 unter der sowjetischen Militaerverwaltung die Produktion von 22-PS
Traktoren innerhalb des Fahrzeug- und Apparatebau
Schoenebeck wieder aufgenommen.
Zwei Jahre spaeter, im Jahr 1948, erhaelt der Apparatebau Schoenebeck
den Namen Fahrzeugwerke Schoenebeck IFA.
Die IFA gehoert heute zu der Doppstadt-Gruppe.
Die Postanschrift der FAMO lautet bis Juli 1947:
FAMO-Werke
19b Schoenebeck/Elbe
Postfach 63
Die Breslauer Waggonbaufirma Linke-Hofmann
* If you have information of Rudolf Nentwig, please write to: Alwin Wever
Produktionshalle 1930
Quellenhinweise:
- Museum fuer schlesische Landeskunde im HAUS SCHLESIEN Mai 2003
- Briefwechsel meines Vaters mit dem Treuhaender sind in meinem Besitz
- Einen besonderen Dank an das Stadtarchiv Schoenebeck.
Leider keine Internetpraesents, aber die Damen dort waren sehr hilfreich. Ein "Danke" an dieser Stelle (Maerz 2003)! - Firmengeschichte der Land-Technik Schoenebeck, seit 1999 zur
Doppstadt Gruppe (Seit 2002 wird dieser Teil der Firmengeschichte von
Doppstadt leider im Internet nicht mehr dargestellt).
Fuer Interessenten: Ich besitze eine A4-Kopie davon. - Dipl. Ing. Dr. W. Krull, Magdeburg, Nov. 2003
- Waffen-Arsenal, SPECIAL Band 36 (Inhalt: Das Sd.Kfz.9)
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